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tabacalera.sur

"tabacalera.sur" betitelt die Diplomarbeit/Abschlussarbeit des Architekturstudiums von Johannes Schlattau  Image
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Entwurf einer umfangreichen Mischbebauung im problematischen Umfeld von Mexico City. Der Titel nimmt bezeichnender Weise Bezug auf die Lage des Projektes im südlichen Teil des Viertels "Tabacalera ".

"tabacalera.sur" wurde für den GAD-Award nominiert.


Übersicht und Daten

Da die Diplomarbeit für mich immer einen besonderen Stellenwert im Studium inne hatte, wollte ich meine Leistungs- und  gleichzeitig Anpassungsfähigkeit durch ein breites Spektrum an planerischen Leistungen in einer möglichst fremden Umgebung bis aufs Zahnfleisch testen. Daher beinhaltet das Projekt nicht nur die verschiedensten Funktionen vom Wohnbau bis zur Galerie, sondern ist vor allem auch im Ausland mit komplett unterschiedlichen Entwurfs- und Planungsprämissen angesiedelt. Mexico City ist mit seinen rund 22 Mio. Einwohnern als starker Kontrast zu Städten in Österreich zu sehen, wo Kriminalität, Lärm, Hitze, Luftverschmutzung, Verkehr und soziale Diskrepanzen ganz anderen Einfluss auf die Entwurfsentwicklung nehmen, als in der Megalopolis erforderlich. Die während meines drei-monatigen Aufenthaltes gewonnen Erkenntnisse bezüglich Normen, Baumethoden und soziologischen Eigenheiten verarbeitete ich in den darauf folgenden acht Monaten in einem äußerst umfangreichen Projekt, das mit seiner Fläche von 46.492m² (Bruttogeschoßfläche) für eine Einzelperson eine durchaus große Herausforderung im konkreten Durchplanen und -denken darstellte.

Grundfläche: 7.086,00m²  ■  Bebauungsgrad: 1,0  ■  Bruttogeschoßfläche: 46.492,00 m²  ■  Dichte: 6.56  ■  Geschoßentw.: 2 bis 32

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Städtebau

Die städtebauliche Analyse des gesamten Viertels, sowie Verbesserungsvorschläge speziell für die infrastrukturellen Probleme des prominenten Stadtteils habe ich gemeinsam mit Marion Winkler erarbeitet. Dieser Grundstock an aufgedeckten Problemen und zugleich möglichen Lösungsansätzen hat bedeutenden Einfluss auf den Gesamtentwurf des Diplomarbeitsprojektes im Süden der Plaza de la Republica genommen.

Probleme

Die Megalopolis hat mit vielen schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Dazu zählen schlechte Wasserversorgung, unzeitgemäße Abfall- und vor allem Abwasserentsorgung und eine Luftqualität, die zu den schlechtesten der Welt zählt. Manche dieser Probleme, wie zum Beispiel die hohe Kriminalitätsrate, das warme Klima oder aber auch der sandige Untergrund des ehemaligen Seegebietes (gepaart mit starken Erdbeben) nehmen oft direkten Einfluss auf die Architektur der Stadt.

Bauen im Bestand

Das Planungsgebiet meiner Diplomarbeit umfasst fünf Parzellen innerhalb eines Blocks. Auf dem nördlichsten Grundstück liegt ein verfallenes Gebäude aus Sand- und Basaltstein . Dabei handelt es sich um den ehemaligen Sitz des mexikanischen Geheimdienstes. Das Objekt wird teilweise durch Streben ausgesteift und so vor dem weiteren Verfall geschützt. Da die Fassade unter Denkmalschutz steht, erleichterte mir das die Argumentation, diese (nicht nur aufgrund ihrer Erscheinung) in den späteren Entwurf zu integrieren.


Funktion : Schule

Die Volksschule mit 8 Klassenräumen und Nebensälen sowie einer großzügigen, vermietbaren Aula bzw. Mehrzweckhalle findet hinter der Bestandsfassade Platz. Die Schüler bekommen einen von Galerie und Restaurant stark getrennten Eingang, um den Betrieb der anderen Funktionen nicht zu stören.

Funktion : Galerie

Um den städtebaulichen Abschluss der Plaza wieder stärker zu akzentuieren, nimmt die Galerie die plaza-seitige Höhenentwicklung auf und setzt sich aber gleichzeitig durch einen Luftraum von der Bestandsfassade ab, um mit dieser nicht in Konkurrenz zu treten.

Funktion : Wohnen

Tiefe Balkone schützen die Wohnungen mit 45, 90, 130 und 255m² vor Überhitzung. Die großzügigen Pflanztröge tragen ihren Beitrag zu einer freundlicheren Aussicht, besserer Beschattung und angenehmeren Klima bei. Durch die sechs Arten zufällig verteilter Balkontypen entstehen die verschiedensten Blickbeziehungen und Wohnungserweiterungen ins Freie. Der angehobene Innenhof ist nur für Bewohner und Mitarbeiter der Büros zugänglich und daher als sicher einzustufen.

Funktion : Büros

Der Bürokomplex baut auf dem Standard-Raster von 1,35m auf. Das ermöglicht eine flexible Grundrissgestaltung sowohl für Großraumbüros als auch kleine Büroraumgruppen, da Anschlussmöglichkeiten für Wände und Technik im sinnvollen Abstand bereits vorgegeben sind. Die Gestaltung des Bürokomplexes spielt wiederum mit der Idee einer grüneren, gesunderen Stadt. Erkennbar wird das am Sonnenschutz der Glasfassade sowie an der möglichen Innenausstattung der Büros (siehe Visualisierungen unten).

 
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